Geschichte
Die Umweltbibliothek Großhennersdorf ist eine relativ junge Bibliothek. Sie ist 1987 als zweite Bibliothek dieses Typs aus oppositionellen Zusammenhängen heraus gegründet worden - in Berlin entstand die erste ihrer Art. Solche Bibliotheken stellten sich der Aufgabe, verbotene, zensurierte, schwer zugängliche oder im politischen Untergrund entstandene Literatur öffentlich zugänglich zu machen. Gleichzeitig wollten sie ein landesweites Netzwerk von Personen und Gruppen schaffen, denen an der Veränderung der Verhältnisse gelegen war und arbeiteten an der Initiierung und Herausgabe von unabhängigen Zeitschriften und Büchern (Samisdat).Zu dieser Zeit entstanden in der DDR viele solcher Kommunikationszentren mit dem Ziel, über Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsthemen die gesellschaftliche Diskussion um Reformen voranzubringen. Es war wichtig, vom Machtapparat verordnete Denktabus aufzubrechen und Probleme offen darzustellen. Seit dem Zusammenbruch der DDR müssen wir nicht mehr unter dem Damokleschwert der politischen Strafgesetzgebung und unter den Bedingungen ständiger Observierung arbeiten. Wir sind vom Privathaus in die Räumlichkeiten einer alten Bäckerei gezogen und mischen uns in den demokratischen Erneuerungsprozeß unserer Region ein. Unter Region verstehen wir durchaus das Gebiet der Euroregion Neiße.
Seit 1990 wird unser Verein in freier Trägerschaft weitergeführt. Inzwischen entspricht die Umweltbibliothek Großhennersdorf weitestgehend den Anforderungen einer modernen Bibliothek als Informations- und Kommunikationszentrum. Parallel dazu haben wir in den letzten Jahren viel dafür getan, unser Profil und Medienangebot so zu entwickeln, wie es Nutzer einer Spezialbibliothek, als die wir uns sehen, erwarten können. Das heißt auch, dass wir Nutzerfreundlichkeit nicht nur über eine kompetente Ausleihe von Medien definieren, sondern dass bei uns ebenso die Entwicklung von Zusammenhängen des Medienbestandes, die Erarbeitung von eigenen Produkten und Angeboten sowie die Verbesserung von Dienstleistungen, was den Informations- und Wissenstransfer angeht, eine vorrangige Rolle spielen.


