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Tagung "Erinnerungs- und Gedenkorte im Dreiländereck Polen - Tschechien - Deutschland"

vom 05. bis 07. August 2010 in Großhennersdorf
verschoben auf 18.-20. November 2010
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Teilnahme am Sommerfest des neuen Bundespräsidenten

am 2. Juli 2010 im Schloss Bellevue

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Neue Publikationen der Umweltbibliothek Großhennersdorf!

Interviewband: „Versuche, in der Wahrheit zu leben. DDR Südost – Nichtanpassung und Opposition in der Oberlausitz“
Tondokument: „Erste große Veranstaltung des „NEUEN FORUM“ in der Oberlausitz – Der Gemeindeabend am 19. Oktober 1989 in Zittau."
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Das aktuelle Kultur- und Kinoprogramm

des Großhennersdorfer Kulturcafés "Alte Bäckerei"

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Geschichte

Wir leben und arbeiten in einer Region, die gekennzeichnet ist durch extreme Kontraste. Auf der einen Seite wird immer wieder die Schönheit der Landschaft gelobt. Es gibt alte, schöne Städte. Sie sind Zeugnisse einer reichen, lebendigen Vergangenheit, von Weltläufigkeit, Handel in alle Welt, interkulturellen Geben und Nehmen. Wir finden hier eine Volksarchitektur, die in ihrer Kompaktheit und in der Art und Weise, wie west- und osteuropäische Elemente verschmelzen, gesamteuropäischen Rang hat.
Auf der anderen Seite leben wir in einer Schwellenregion, an einer und um eine EG-Außengrenze, die auch eine Wohlstandsgrenze darstellt. Wir befinden uns, anders gesagt, im Zentrum eines europäischen Orkans, eigentlich noch nicht Westeuropa und schon nicht mehr Osteuropa. Es gibt ernüchternde Umweltzerstörung, eine schwere strukturelle Krise, die einhergeht mit einer sehr hohen Arbeitslosigkeit. Viele Menschen verlassen aus Perspektivlosigkeit die Region.

Wir als Umweltbibliothek wollen einen Beitrag dazu leisten, dass nicht Windstille im Orkanzentrum herrscht. Viele Menschen haben gute Ideen und sind aktiv bzw. wollen aktiv werden. Wir haben viele Freunde und Bekannte in Nah und Fern, die uns mit Rat und Tat unterstützen, die uns besuchen und wir sie. Das ist ein hoffnungsvolles Potential, wenn es sich trifft.
Lesen ist eine wichtige Seite unseres Lebens; gekoppelt mit Begegnungen, Erleben und Tätigsein, aber auch einer kritischen Begleitung ablaufender Prozesse, ergibt sich ein zeitgemäßes Bild einer Bibliothek, wie wir eine sein wollen.

Die Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V. gibt es seit 1987. Zu dieser Zeit entstanden in der DDR viele solcher Kommunikationszentren mit dem Ziel, über Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsthemen die gesellschaftliche Diskussion um Reformen voranzubringen. Es war wichtig, vom Machtapparat verordnete Denktabus aufzubrechen und Probleme offen darzustellen. Seit dem Zusammenbruch der DDR müssen wir nicht mehr unter den Damokleschwert der politischen Strafgesetzgebung und unter den Bedingungen ständiger Observierung arbeiten. Wir sind vom Privathaus in die Räumlichkeiten einer alten Bäckerei gezogen und mischen uns in den demokratischen Erneuerungsprozeß unserer Region ein. Unter Region verstehen wir durchaus das Gebiet der Euroregion Neiße.
Ziel ist es, Themen wie Umwelterziehung im schulischen und außerschulischen Bereich, erneuerbare Energiequellen, ökologisches Bauen, ökologischen Landbau, Entwicklungspolitik - die den Blick über unseren Tellerrand erweitert -, regionale Geschichtsaufarbeitung, Recht, Philosophie, Psychologie, Abfallvermeidung, Altlastensanierung, Naturschutz u.a. befördern zu helfen. Dabei wollen wir uns auf die konkreten Entwicklungen unserer Region beziehen und mit Menschen, Vereinen, Bildungsträgern, Schülern wie Lehrern und Institutionen zusammenarbeiten. Wir bieten zu allen Themenschwerpunkten Beratung an, bzw. vermittlen Beratungen, wirken bei der Vernetzung von Menschen und Ideen mit, sind dabei aber auch selbst initativ. Alle interessierten Menschen unserer Region können mit uns in Kontakt treten. Unsere Angebotspalette ist breit. So unterhalten wir eine Bibliothek mit ca. 8.000 Fachbüchern, 40 Zeitschriften, Broschüren und Publikationen, Spielen, Diaserien, Tonkassetten und verleihen Videos. Ein Katalog, in dem Materialien zur Umwelterziehung im schulischen und außerschulischen Bereich aus dem deutschsprachigen Raum aufgelistet und vorgestellt sind, kann bei uns erworben werden (Briefmarkenkondition). Weitere Publikationen sind angedacht oder in Arbeit.


Einige Anmerkungen zum Engagement und Konzept von Umweltbibliotheken und damit auch unserem


Wir als Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V. sind eine von inzwischen mehr als 100 in der Bundesrepublik Deutschland. Sie gibt es gleichermaßen im Westen wie im Osten. Diese Bibliotheken sind zum großen Teil an Umweltinitativen gekoppelt, bzw. sind als Teil von ihnen entstanden. Nur sehr wenige befinden sich in öffentlicher Trägerschaft. Die Trägerschaft ist ein wichtiges Indiz zum Charakter dieser Einrichtungen, vor allem im Unterschied zu Bibliotheken in öffentlicher Trägerschaft oder zu Umwelt-Fachbibliotheken. Während in „normalen" öffentlichen Bibliotheken Umweltliteratur in der Regel nur sehr sporadisch vorhanden ist, ist sie in den Umwelt-Fachbibliotheken zwar breit im Angebot, aber dafür meist nur den MitarbeiterInnen der Institutionen zugänglich (siehe Universitäts- und Fachhochschulbibliotheken). In Umweltbibliotheken gibt es hingegen ein sehr breites Angebot an Umweltliteratur mit vornehmlich praxisnahem Bezug. Mit dem Literatur- und Schriftenangebot sind möglichst umfassende Beratungsleistungen verbunden. Bei uns betrifft das besonders die Schwerpunkte ökologisch-biologisches Bauen, auch im denkmalgeschützten Bereich, regenerative Energieformen und deren Einbindung in moderne Heizungssysteme, Umwelterziehung im schulischen und außerschulischen Bereich, Regionalgeschichte und sozialarbeiterische Themen. Die Palette ist aber noch breiter und geht bis zur ökologischen Lösung kommunalpolitischer Probleme.

Umweltbibliotheken stehen allen interessierten BürgerInnen offen, besonders aber umweltinteressierten BürgerInnen und MultiplikatorInnen, das heißt, also nicht nur Fachleuten. Historisch im Osten anders gewachsen, gibt es hier überdies hinaus ein breiteres Literaturangebot hinein in entwicklungspolitische und gesellschaftspolitische Bereiche. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf allgemeinverständlicher Literatur, die auch Laien einen Einstieg ermöglicht. Zu den Büchern, Broschüren und Zeitungen kommen in der Regel, so auch bei uns, andere Medien in den Verleih, wie Videos, Diaserien, Spiele etc.. Da die Bibliotheksarbeiten in die Angebote der Träger eingebunden sind, vermitteln sie auch umweltpolitische Anstöße. So organisieren wir auch Vorträge, Diskussionsveranstaltungen, Ausstellungen, Projekte, Seminare, zu umweltrelevanten und anderen Themen auch mit dem Ziel, den kulturellen Alltag in der Region zu bereichern.

Wir sind also bei weitem nicht nur eine Einrichtung, in der Bücher ausgeliehen werden können, sondern auch Kontakt- und Informationsstelle für Umweltfragen im weitesten Sinne. Genauso wie Menschen über einen anderen Kontakt auf uns aufmerksam werden, kommen Menschen zu uns, die wir je nach ihren Interessen mit anderen initativen und Projekten bekannt machen. Dies passiert uns auch vor dem besonderen Hintergrund der Umweltsituation im Dreiländereck, in der Euroregion Neiße. Die ist bekanntlich auf vielen Gebieten sehr schlecht bis katastrophal und wo das noch nicht bekannt ist, wollen wir das bekannt machen. Aber nicht mit der Absicht zu frustrieren, sondern Menschen zu aktivieren, sich in Diskussion um gute Lösungen einzumischen und einen weiteren Raubbau an der ohnehin verletzten Natur nicht kritiklos hinzunehmen. Dabei wollen wir den Bogen vom Naturschutz zur politischen Ökologie spannen.

Wir wirken aber auch mit allen zusammen, die diese Arbeit als wichtig betrachten. Dies schließt ein, daß wir uns auch nicht als Konkurrenz zu anderen Umweltvereinen und –initativen fühlen, sondern als sinnvolle Ergänzung auf mitunter neuen Wegen, ohne Berührungsängste zu haben, wo es kreative Ansätze gibt. Uns ist wichtig zu formulieren wofür wir sind und dafür einzutreten; was eine gewaltfreie und auf einem kulturvollen Niveau des Streites stehende Auseinandersetzung nicht ausschließt.